Pressestimmen

Amin Farzanefar, StadtRevue, 11.2005
Die geistig-moralische Trümmerlandschaft, durch die Yücel seine traumatisierten Helden schickt, mag jedem EU-Beitrittsgegner einen ganzen Argumente-Katalog liefern, doch schon allein die Existenz dieses Filmes kündet von neuer Dynamik und Aufbruchswillen. Parallel zum politischen Öffnungsprozess, der trotz aller Probleme unaufhaltsam fortschreitet, bricht der Regisseur fast auf jedem Filmmillimeter mit Konventionen und Tabus: Da sind die Folgen eines 15-jährigen Bürgerkrieges, der in den kurdischen Gebieten über 30.000 Menschenleben kostete, da ist die problematische griechisch-türkische Geschichte, und da ist der bsondere Umgang mit Homosexualität. Ugur Yücel wagt alles - und gewinnt: So wie er die ländliche und die urbane Türkei, das
Arthouse- und das Kommerzkino zusammenführt, so gelingt ihm auch der Brückenschlag überden Bosporus.

dpa, 14.03.2005
Der Anti-Kriegsfilm „Yazi Tura - Kopf oder Zahl“ des türkischen Regisseurs Ugur Yücel ist auf dem 10. Filmfestival Türkei/Deutschland in Nürnberg zum besten Spielfilm gekührt worden.

Armin Farzanefar, Süddeutsche Zeitung, 17.03.2005
Vorbei scheinen die Zeiten, da Yilmaz Güney aus dem Gefängnis heraus Regieanweisungen geben musste, damit gesellschaftskritische Filme wie „Yol“ umgesetzt werden konnten. (...) Yücels Film, auch ästhetisch ein Beispiel für einen modernen, „urbanen“ Stil, wurde Sieger des Wettbewerbs.

Inge Rauh, Nürnberger Nachrichten, 15.03.2005
Mut zu unbequemen Wahrheiten: „Kopf oder Zahl“ ist eine engagierte Aufarbeitung der jüngeren türkischen Geschichte. (...) Der Regisseur steht zu den brutalen Kontrasten, die er im Film vorführt: „Es ist das Leben pur“.

Yildirim Türker, Radikal, 27.09.2004
„Kopf oder Zahl“ erzählt in aller Nüchternheit von den Folgen eines langen Krieges, über den sich Gedanken zu machen nach wie vor zu den größten Tabus gehört (...) Die wichtigste Frage für mich ist, ob wir als Nation bereit sind, uns mit diesem Film auseinander zu setzen.

Alin Tasçiyan, Milliyet, 25.09.2004
Den Hintergrund des Filmes bildet weniger ein Land, von dem man schlechthin annimmt, dass es eine geschlossene Einheit bildet, sondern eine Gesellschaft, die aufgrund von Binnenmigration, Erdbebenkatastrophen, wirtschaftlicher Krisen und um sich greifender Gesetzlosigkeit unversöhnlich gespalten ist.

Özlem Altinok, Cumhuriyet, 10.10.2004
Wir leben in einer Gesellschaft, in der das Verdrängen das Leben prägt. Denn wichtig ist, dass man weiter lebt. Aber wie? Kann man ein Leben fortsetzen ohne sich zu erinnern? Kann man ein Leben führen, in dem das Gedächtnis ausgeblendet ist? Ugur Yücels Debütfilm „Kopf oder Zahl“ beantwortet diese Frage mit einem „Nein“.

Nihal Bengisu Karaca, Zaman, 29.09.2004
Diesem Film, von dem Ugur Yücel behauptet, er sei nicht politisch, gelingt es, die unverzichtbaren Kriterien eines politischen Films beispielhaft einzusetzen und eine Ebene zu schaffen, auf der die Gefühle stets ihre Präsenz zeigen (...) Yücel bringt in unserem vertrauten Heim überall Pfeile an, mit dem Hinweis auf den Keller, in dem wir unsere Leichen haben.

Murat Ersahin, Milliyet Rehber, 25.09. - 01.10.2004
„Kopf oder Zahl“ ist ein Film über das „wahre Leben“, die das türkische Kino in den letzten Jahren schmerzlich vermisst hat. Ein Film, der Spuren hinterlässt, verstört, beeindruckt und voller Trauer ist. Eine realistische Elegie, einfachen Menschen gewidmet, die auch „Träume“ haben.

Regie: Uğur Yücel
Regie: Uğur Yücel